Oktober und November 2025
Oldenburg, Deutschland
Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg und das Sukuma Museum in Mwanza, Tansania, kooperieren bei der Arbeit mit ihren Sammlungen und der Dokumentation ihrer Objekte
Im Rahmen des Projekts „Gemeinsame Arbeit am geteilten Erbe und Training Objektdokumentation“ arbeiten das Sukuma Museum in Mwanza, Tansania und das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg eng zusammen, um gemeinsam zum materiellen Kulturerbe der Sukuma zu forschen, es zu bewahren, digital zu dokumentieren und neue Formen der Vermittlung zu entwickeln.
Im Mittelpunkt des Projekts steht der gegenseitige Wissensaustausch, gefördert durch einen Forschungsaufenthalt von Mitarbeitenden des Sukuma Museum am Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg. Während des Aufenthalts wurden praktische Kompetenzen in den Bereichen Bewahren von Objekten, Dokumentation und Restaurierung vermittelt. Darüber hinaus gab das Landesmuseum Natur und Mensch Einblick in museologische Themen wie Audience Development, Vermittlung und Community Outreach, mit denen es sich intensiv auseinandersetzt. Die Expertise der Mitarbeitenden des Sukuma Museum zur Provenienz von Objekten und zu den historischen und gegenwärtigen Lebensrealitäten der Sukuma ermöglicht es dem Landesmuseum Natur und Mensch, seine Sammlung kritisch einzuordnen und neu zu interpretieren.
Die Aktionsfläche zur Schließung des Naturalienkabinetts „RE:vision. Vom Staunen zum Verstehen“, die noch bis zum 22. Februar 2026 im Museum in Oldenburg besucht werden kann, zeigt, welche Erkenntnisse aus diesem Austausch gewonnen wurden. Hier können sich Besuchende partizipativ mit dem kolonialen Erbe des Museums und der kritischen Aufarbeitung seiner Sammlungsgeschichte auseinandersetzen. Die Beiträge der Gastwissenschaftler*innen und die Einbindung von Perspektiven der Sukuma haben die Aktionsfläche in besonderer Weise bereichert und eröffnen vielstimmige Zugänge zum geteilten Erbe.
Die kolonialen Objektbestände des Landesmuseums sind bereits vollständig in einer Museumsdatenbank erfasst; die systematische Dokumentation der Objekte im Sukuma Museum erfolgt schrittweise. Von besonderem Wert ist dabei die umfangreiche fotografische Dokumentation zur Nutzung der Objekte in Mwanza, die in Oldenburg bislang nicht vorhanden war. Diese Kontextualisierung ermöglicht ein differenzierteres Verständnis der Sammlung. Langfristig werden die Objekte beider Institutionen einschließlich der zugehörigen Fotografien auch online zugänglich gemacht.
Die Museumsagentur fördert das Training als Pilotprojekt in ihrem Programm Engage in dialogues. Dieses Projekt unterstützt den fachlichen Austausch zwischen Museumsschaffenden, um den vielen Herausforderungen der Gegenwart in der grenzübergreifenden Kulturarbeit gemeinsam begegnen zu können.
Partner: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, Sukuma Museum Bujora Cultural Centre – Kisesa, Mwanza, Tanzania
Foto: © Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg