Die Agentur für Internationale Museumskooperation hat die erste Förderrunde ihrer Programme „Set anchor points“ und „Engage in dialogues“ erfolgreich abgeschlossen. Sie unterstützt 22 Museen in Deutschland und deren internationale Partner bei ihren länderübergreifenden Kooperationsvorhaben. Gefördert werden Aktivitäten, die auf langfristige Zusammenarbeit, fachlichen Austausch und strukturelle Verankerung internationaler Museumsarbeit zielen.
Wir freuen uns auf besondere Projekte, die wir 2026 im Rahmen dieser Programme unterstützen: In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern auf dem afrikanischen, asiatischen und europäischen Kontinent sind bemerkenswerte Vorhaben auf dem Weg - wir sind gespannt, wie sich die internationalen Partnerschaften entfalten. Außerdem blicken wir mit Vorfreude auf die neuen Stellen für internationale Entwicklung an verschiedenen deutschen Museen, die im Rahmen von „Set anchor points" realisiert werden.
Neue Stellen für internationale Entwicklung: „Set anchor points“
Mit unserer Förderung ermöglichen wir Stellen an folgenden Häusern:
- Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin
- Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
- Kunstpalast, Düsseldorf
- Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
- ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
Mit dem Programm „Set anchor points“ unterstützt die Museumsagentur nach der ersten Ausschreibungsrunde mit insgesamt 450.000 Euro den Aufbau und die Verstetigung von bereichsübergreifenden Stellen für internationale Entwicklung in Museen und Ausstellungshäusern mit eigener Sammlung in Deutschland. Diese Förderung gilt für insgesamt zwölf Monate mit Durchführungszeitraum bis spätestens September 2027. Ziel ist es, internationale Kooperationen in den Organisationen zu verankern und diese strategisch langfristig zu planen.
Förderungen im Programm „Engage in dialogues“
„Engage in dialogues“ fördert folgende Formate für den Einstieg in internationale Kooperationen und die Anbahnung von Partnerschaften:
- „Alternatives Klassenzimmer“, Wissenschaftliche Gesellschaft Swakopmund – Swakopmund Museum, Namibia – Kooperationspartner: Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Deutschland
- „Bukerebe Community Workshop: Co-Developing Artistic and Educational Formats“, Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Deutschland – Kooperationspartner: Himaya ya Omukama wa Ukerewe (Bukerebe-Community), Mwanza Region, Tansania; Bukindo Palace Museum (Bukerebe), Ukerewe Island, Tansania; Zentralarchiv, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Deutschland
- „Contextualizing Women Artists: A Turkish-German Dialogue“, TAM Museum, Berlin, Deutschland – Kooperationspartner: İzmir Painting and Sculpture Museum, Izmir, Türkei
- „Geteilte Geschichte(n) neu lesen. Museen im Dialog“, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst, München, Deutschland – Kooperationspartner: Istanbul Modern, Türkei; Münchner Stadtmuseum, Museum Brandhorst, Museum Fünf Kontinente, München, Deutschland
- „Gotha: Treasury of European Court and Knowledge Culture“, Friedenstein Stiftung Gotha, Deutschland – Kooperationspartner: Xi’an Qujiang Museum of Fine Arts, China
- „Stories across borders: Reimagining Sudan’s distant and lost heritage“, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Deutschland – Kooperationspartner: Sudan National Museum, National Corporation for Antiquities and Museums, Khartum, Sudan
Das global ausgerichtete Programm fördert insbesondere Workshops, Arbeitstreffen und Trainings, die (in Präsenz, digital oder hybrid) unterschiedliche Perspektiven der Museumsarbeit zusammenführen, bestehende Praktiken reflektieren und neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Als Impulsförderung angelegt, schafft das Programm Räume für einen Austausch zu aktuellen Fragen der Museumsarbeit und legt den Grundstein für internationale Zusammenarbeit. Das finanzielle Gesamtvolumen beträgt 125.000 Euro, die Projekte sind bis spätestens Dezember 2026 umzusetzen.
Wir stellen vor: Die Jury
Die Auswahl der geförderten Vorhaben und Stellen wurde von einer unabhängigen, international besetzten Jury getroffen. Nach der formalen Vorprüfung der eingegangenen Anträge durch die Museumsagentur hat die Jury alle Projekte anhand festgelegter Förderkriterien gesichtet, bewertet und ausgewählt.
Der Jury dieser Förderrunde gehörten folgende Mitglieder an:
- Raphael Chikukwa, Geschäftsführer und Chefkurator, National Gallery of Zimbabwe, Harare, Simbabwe
- Amanda Mayne, Leiterin Partnerschaften: Internationale Touring-Ausstellungen, The British Museum, London, Vereinigtes Königreich
- Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin (Vorstand), MARKK – Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt, Hamburg, Deutschland
- Paul Spies, Präsident, ICOM Deutschland, Berlin, Deutschland
- Dr. Florence Thurmes, Generaldirektorin, Kunstsammlungen Chemnitz, Deutschland
- Dr. Marius Winzeler, Stellvertretender Generaldirektor / Direktor Grünes Gewölbe und Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Deutschland
„Diese Programme senden ein wichtiges und zeitgemäßes Signal zugunsten der internationalen Museumskooperation in Deutschland. In Zeiten knapper werdender Budgets spiegeln sie ein klares Bekenntnis zur dialogorientierten Museumsarbeit wider und stellen eine Investition in starke und nachhaltige Museumsstrukturen dar. Die ausgewählten Projekte befassen sich mit museologischen Herausforderungen und eröffnen gleichzeitig konkrete, zukunftsorientierte Perspektiven für die globale Zusammenarbeit.“ — Jury der ersten Förderrunde
„Ich bedanke mich bei der Jury für ihre verantwortungsvolle und fachlich fundierte Arbeit. Ebenso gilt mein Dank dem Team der Museumsagentur. In kurzer Zeit haben wir tragfähige Förderprogramme entwickelt, die gezielt an den Bedarfen der Museen ansetzen und konkrete internationale Vorhaben ermöglichen. Die positive Resonanz auf die ersten beiden Ausschreibungen zeigt, dass die Museumsagentur hier eine bestehende Lücke schließt. Die Museen in Deutschland verfügen über ein außerordentliches Potenzial – mit der Museumsagentur schaffen wir die notwendigen Strukturen, um Häuser von Weltrang in ihrer internationalen Arbeit gezielt zu unterstützen.“ — Silke Krummel, Geschäftsführerin der Museumsagentur
Jetzt schon vormerken: Nächste Förderrunde startet im April
Im April 2026 veröffentlicht die Museumsagentur weitere Ausschreibungen. Informationen zu den Förderprogrammen und Antragsfristen finden Sie in Kürze hier und in unserem Newsletter.
Die Museumsagentur initiiert mit ihren Förderprogrammen Kooperationen zwischen deutschen Museen und Partnerinstitutionen weltweit. Die Programme unterstützen Museumsfachleute dabei, gemeinsam globale Projekte zu konzipieren und umzusetzen, voneinander zu lernen, Fachwissen und Erfahrungswerte zu teilen sowie relevante Themen im internationalen Austausch zu bearbeiten.